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Tradition

Neben den sportlichen Aktivitäten gehört die Traditionspflege zu den Aufgaben des Vereins. Dabei geht es nicht allein darum, alte Werte zu erhalten, sondern sie fortzuentwickeln.

Das Schützenfest hat eine lange Tradition. Es muss immer wieder unter Wahrung seines Ursprungs gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst werden. Das Heidenauer Schützenfest ist ein Volksfest für alle.

Auf den folgenden Seiten erhaltet Ihr Informationen über unsere Geschichte und unsere Könige.

Fahnengruppe

Kleine Geschichte der Fahnen und Schützenfahnen

Die Anfänge in der Geschichte

Fahnen sind seit dem Altertum wichtige Herrschafts-, Kampf- und Siegeszeichen. Die Fahne war ein Symbol und ein wichtiges Identifikationsmerkmal, gerade für die Heere im Feld. Bereits Chinesen, Römer und Germanen benutzten Fahnen zu diesem Zweck.

Für die bildliche Darstellung auf den Fahnen wurden damals meist Tiere oder Tiersymbole verwendet, mit denen bestimmte positive und kämpferische Eigenschaften - wie auch heute noch, abhängig von den verschiedenen Kulturkreisen - verbunden wurden (z. B. Löwe, Adler, Bär, Widder etc.).

"In hoc signo vinces"

Im spätrömischen Reich wurde unter Kaiser Konstantin dem Großen (306 – 337), der als erster römischer Herrscher das Christentum zur Staatsreligion erhob, das christliche Kreuz als Siegeszeichen verwandt: "In hoc signo vinces" (in diesem Zeichen wirst du siegen).

Römische Querstabsstandarden

Dabei war das Fahnentuch an einer vor der Fahnenstange hängenden Querstange, dem Vexillum, angebracht. Diese Form der römischen Querstabsstandarde (Labarum) mit einer Figur an der Fahnenstange, blieb bis heute in den Prozessionsfahnen der katholischen Kirche und in den Kirchenfahnen der Ostkirchen erhalten. Ab dem 10. Jh. wurden Fahnen mit Kreuz und religiösen Darstellungen zu liturgischen Zwecken verwandt.

Mittelalter und Kreuzzüge

Kriegsfahnen spielten auch im alten Byzanz (Ostrom) eine große Rolle, in Europa kamen die Heiligen-Fahnen etwa zu Zeiten der Kreuzzüge, Ende des 11. bis Ende des 13. Jahrhunderts (1. Kreuzzug 1096-1099) auf. Die Fahnen wurden geweiht und gesegnet, da die Ritter im Zeichen der Kirche zur Befreiung Jerusalems kämpften.

Im 11. und 12. Jahrhundert gab es auch große, segelartige Fahnen, die auf einem eigenen Wagen, dem Fahnenwagen, lagen und mit diesem durch das Gelände gezogen wurden.

Bildliche Darstellungen

Die bildliche Darstellung auf dem Fahnentuch erscheint erst mit dem Beginn des Wappenwesens im 13. Jahrhundert. Bis dahin war die Fahne meist rot, was bedeutete, daß der Besitzer der Fahne den Blutbann besaß, d. h. er hatte das Recht zu richten. Die ersten bildlichen Fahnendarstellungen waren dann aufrechtstehend. Die heutige Anbringung der Fahnenachse parallel zur Fahnenstange erschien erst mit der Ausbildung des heraldischen Stils.

Fransenbesatz

Fransenbesatz an den Fahnenseiten sind seit 1100 bekannt, gestickte Fahnen seit 1500 und auch der Trauerflor war schon im 16. Jahrhundert verbreitet. Die an der Spitze der Fahnenstange befestigten Fahnenbänder, die von Vereinen, Verbänden oder Einzelpersonen gestiftet werden - bei militärischen Fahnen auch von Staatsoberhäuptern -, sind seit 1743 in Gebrauch.

Neben den militärischen Fahnen als taktisches Feldzeichen führen auch Körperschaften, die in der Öffentlichkeit geschlossen auftreten, Fahnen, so z. B. die Zünfte, Universitäten, Studentengemeinschaften und natürlich auch Vereine.

Schützenfahnen

Die meisten noch erhaltenen Schützenfahnen stammen aus dem 19. Jahrhundert, als es im Zuge der gescheiterten Revolution 1848 eine Welle von Vereinsgründungen gab. Ältere oder gar mittelalterliche Schützenfahnen sind so gut wie nicht erhalten geblieben.

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Vereinsfahnen sind heute

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·Herkunftsbezeichnungen

·Zeichen der Heimatverbundenheit und Identifikation

·Zeitzeugen der Gründungsjahre, von Jubiläen etc.

·Glaubenszeichen, mit dem man sich unter den Schutz des kirchlichen Patrons stellt.

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Fahnengestaltung heute

Die Gestaltung einer neuen Fahne bleibt dem Schützenverein selbst überlassen. So gibt es neben traditionell geprägten Entwürfen auch teilweise sehr moderne. Jedoch orientieren sich die meisten Schützenvereine an alten Motiven.

Mögliche Fahnenmotive

Mögliche und gern verwendete Motive sind

·heimatliche Motive, z. B. die Ortssilhouette prägende Gebäude wie die Dorfkirche, die Burg oder das Schloß etc.;

·christliche Motive wie Schutzpatrone oder bildliche Darstellungen des oder der Schützenheiligen, meistens des Hl. Sebastian oder der Muttergottes;

·spruchartige Verstärker: "Treu dem guten alten Brauch", "Heiliger Sebastian, sei unser Schutzpatron", Vereinslosungen wie z. B "Im Auge Klarheit – im Herzen Wahrheit" etc.;

·heraldische Motive: meist die Wappen der Gemeinde und der Verwaltungsgemeinschaft oder das Wappen des örtlichen Adels, falls das Haus dem Schützenwesen verbunden ist;

·der prunkvoll ausgestaltete Name des Schützenvereins;

·das Eichenlaub.

Die Fahnenweihe - Tradition und Zeremonie der Weihe

Einführung

Bei der Fahnenweihe (Weihe aus dem althochdeutschen wîhen = heiligen) wird die Fahne durch die priesterliche Segnung in besonderer Weise dem Dienst Gottes gewidmet. Ehemals waren die Schützenvereine und Schützenbruderschaften auch verantwortlich für den Schutz des örtlichen Kirchenschatzes. Durch die Fahnenweihe wird auch heute noch das traditionell enge Verhältnis zwischen der Kirche und dem Verein ausgedrückt.

Der Weiheakt

Die Fahnenweihe findet meistens im Zuge eines Vereinsfestes statt. Bei der Weihe der Fahne wird in einem kirchlichen Akt die Fahne gesegnet und anschließend an den Verein übergeben. Der Weihe geht oft die feierliche Befestigung der Fahne (früher Nagelung) an der Fahnenstange voraus. Zur Fahnenweihe wird meist ein befreundeter Verein als Patenverein gebeten.

Ist die Fahne geweiht, übergibt die Fahnenmutter die Fahne dem Fahnenträger, dem eine Fahnenbraut zur Seite steht. Die Ehrendamen oder Fahnenjungfrauen tragen die Fahne in einer feierlichen Zeremonie zum Altar. Bei der Fahnenweihe werden auch die ersten Fahnenbänder übergeben und an der Fahne befestigt.

Traditionen

Die Fahnenweihe ist sehr stark vom Brauchtum und der Tradition der Schützenvereine geprägt. Deshalb gibt es große regionale Unterschiede.

Das Patenbitten

In manchen Gegenden gibt es den Brauch des Patenbittens. Dies ist das feierliche Gesuch des Vereins, der eine neue Fahne anschafft, an einen befreundeten Verein, die Patenschaft zu übernehmen. Das Bitten um die Annahme der Patenschaft erfreut sich wieder größerer Beliebtheit. Es ist meist ein kleines Fest für sich und wird einige Monate vor der Fahnenweihe und dem damit verbundenen Schützenfest abgehalten.

Gastgeschenk

Eine Abordnung des Festvereins zieht oder fährt in die Gemeinde des Patenvereins, wo sie im Schützenheim empfangen wird.

Um den Patenverein milde zu stimmen, werden als "Gastgeschenk" dabei Getränke (ein Faß Bier) und eine Brotzeit in Aussicht gestellt. Oft wird über die Höhe der Geschenke und Gaben regelrecht verhandelt. Die offizielle Bitte um die Übernahme der Patenschaft findet in mehr oder weniger wohlgesetzten Reimen statt.

Holzscheit knieen

Um die Verhandlungen zur Übernahme der Patenschaft zu beschleunigen, muß sich die Abordnung des bittenden Schützenvereins auf ein Holzscheit knieen. Dabei sind aber keinerlei Tricks erlaubt. Denn gern werden in die Hosen Knieschützer oder verstärkte Knieflecken eingearbeitet oder angebracht, so daß das Patenbitten nicht so schmerzvoll wird. Werden diese Tricks jedoch entlarvt, erhöht sich zwangsläufig der Umfang des Gastgeschenks.

Gerne verzögert auch der zukünftige Patenverein das Bitten des Festvereins auf dem Holzscheit zur allgemeinen Belustigung der Anwesenden durch immer neue Auflagen des Patengeschenks oder indem die Abordnung des bittenden Vereins mehr oder minder schmackhafte Speisen verzehren muß.

Fahnenbänder

Fahnenbänder werden von der Fahnenmutter, den Festdamen, dem Patenverein, der Vorstandschaft, dem Festausschuß etc. gestiftet. Auf der Rückseite des Fahnenbandes befinden sich die Namen aller Teilnehmer, z. B. des Festausschusses. Als Zeichen der Verbundenheit mit dem Verein werden die Fahnenbänder an der Fahnenstange befestigt.

Kleine Geschichte der Schützenscheibe

Am Anfang des Schützenwesens wurde nur mit der Armbrust geschossen. Der Schützenkönig wurde mit dem sogenannten Vogel- oder Papageienschießen ermittelt. Bei den großen Freischießen wurde ein Zielblatt an die Zielwand gehängt. Das Zielblatt war ein rundes Stück Papier oder Leder. Der Durchmesser variierte, er betrug zwischen 11 und 15 Zentimeter. Mit Hilfe eines Nagels wurde das Zielblatt (Zirkel) befestigt. Um den Nagel wurde ein schwarzer Kreis gemalt, das Ringlein, Brüderlein, kleinere Circul oder Zweck.

Ermittlung des Siegers

Sieger des Hauptpreises, des Best, wurde derjenige Schütze, der die meisten Treffer aus dem Zielblatt hatte. Der Gewinner des Schützenkranzes mußte am meisten Treffer im Innersten des Zielblatts plazieren. Größe des Zielblatts, sowie die Enfernung, waren im Ladschreiben genau vermerkt.

Bei den Feuerschützen war das Zielblatt wesentlich größer. Die Feuerschüzten gingen dann dazu über, das Zielblatt aus Holz anzufertigen, entweder aus zusammengefügten Brettern oder man sägte eine Scheibe von einem dicken Baumstamm. In der Mitte der hölzernen Scheibe wurde dann das kleine Zielblatt aufgenagelt oder aufgemalt. Die Scheiben hatten damals einen Durchmesser von 120 bis 180 Zentimeter.

Die ersten Ringe

Bis zum Dreißigjährigen Krieg wurden nur solche Scheiben verwandt. Ringe waren unbekannt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde fast nur noch mit Büchsen geschossen. Gleichzeitig hatte auch die Waffenentwicklung Fortschritte gemacht, die Büchsen wurden immer genauer. Man ging dann dazu über, mit dem Zirkel die Abstände der Treffer vom Mittelpunkt aus exakter zu werten. Jetzt wurden auch bis zu zwölf Ringe aufgezeichnet.

Scheiben für Feuerbüchsen

Erst mit den Feuerbüchsen kamen die ersten Scheiben als Zielobjekte auf. Dabei war es wichtig, daß der Schütze überhaupt die Scheibe traf (ansonsten wurde er gepritscht). In den Mittelpunkt der Scheibe wurde dabei ein Nagel eingeschlagen. Derjenige, der dem Nagel am nächsten kam wurde Sieger. Wahrscheinlich stammt der Spruch "Den Nagel auf den Kopf treffen" aus dieser Zeit.

Schwarzer Punkt

Im 16. Jahrhundert wurde die Mitte der Scheibe noch durch einen schwarzen Punkt kenntlich gemacht. Sieger wurde, wer den schwarzen Punkt innerhalb einer genau im Ladschreiben festgelegten Serie getroffen hatte.

Ritterschuß

Aber auch für die Schützen, die in der ersten Runde bereits ausgeschieden waren, bestanden noch Chancen. Ihnen wurde der sogenannte "Ritterschuß" zugestanden. In einem Ladschreiben aus Passau von 1539 ist vermerkt: "Und welcher Schütze dem Nagel am nächsten kommt, der solle den Ritterschuß gewinnen und dem Nächsten das nachfolgende Best."

Die Haupt- und Ritterscheiben haben sich bis in die Gegenwart erhalten. Ab dem 17. Jahrhundert ist belegt, daß die Scheiben bemalt wurden. Ältere Zeugnisse bemalter Scheiben konnten bis heute nicht gefunden werden.

Erste laufende Scheibe

Ein Vorläufer der laufenden Scheibe wurde beim großen Freischießen 1585 in Prag eingesetzt. Erzherzog Ferdinand II. ließ auf eine bewegliche Ritterrüstungsattrappe schießen. Der Schütze erhielt als Best dabei denjenigen Teil einer richtigen, wertvollen Rüstung, den er getroffen hatte.

Beliebt waren auch Figurenscheiben, die meist den damaligen Hauptfeind, den Türken, zum Thema hatten. Deswegen werden sie auch Türkenscheiben genannt.

 

Schützenverein Heidenau von 1925 e.V.  | info@schuetzenverein-heidenau.de