Geschichte
Vorwort
Der Schützenverein ist ein Teil des dörflichen Lebens in Heidenau. Er bietet seinen Mitgliedern zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Freizeit zu gestalten. Ob beim aktiven Schießsport, musizieren im Spielmannszug oder einfach nur mit anderen Menschen zusammenkommen. Hier erfüllt der Schützenverein ein Stück Gesellschaftspolitik, insbesondere mit der Betreuung von Jugendlichen. Dem Schützenverein war es immer wichtig, den gesamten Ort mit einzubinden. Das Schützenfest ist ein Volksfest für alle in Heidenau. Besonders kommt dieses zum Ausdruck beim jährlichen Frühschoppen im Festzelt.
Der Schützenverein musste in den letzten Jahren einige Baumaßnahmen durchführen. Diese Baumaßnahmen, wie z.B. Umbau der Halle, konnten nur mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde, aber insbesondere durch die Eigenleistung der Vereinsmitglieder gelingen. Überhaupt lebt ein Verein nicht nur durch seine Führung, sondern durch die vielen Aktiven in allen Bereichen. Wir können stolz darauf sein, dass bei uns noch alle Funktionen ehrenamtlich und unentgeltlich ausgeführt werden.
Die ersten 50 Jahre von 1925 bis 1975
Als sich im Jahre 1925 Männer aus den damaligen Orten Avensen und Everstorf zusammenfanden, einigt man sich nach anfänglichen Schwierigkeiten, die durch die beiden Orte bedingt waren, einen gemeinsamen Schützenverein Avensen-Everstorf zu gründen. Beide Orte hatten zu dieser Zeit einen eigenen Gemeindevorsteher. Die Avenser mussten die Schule in Everstorf besuchen. Gemeinsam bestand jedoch schon der Turn- und Sportverein aus dem Jahre 1924 sowie der Kriegerverein. Vor Gründung des Schützenvereines fand bereits jährlich ein Scheibenschießen statt, so am 10. August 1924.
Erster Präsident wurde der Landwirt Wilhelm Oelkers, Everstorf. Dem weiteren Vorstand gehörten an: Hauptlehrer Gustav Alvermann als Vizepräsident, Christian Wichers (Avensen) als Rechnungsführer, Ernst Wiechern (Everstorf) als Schriftführer und August Tödter (Everstorf) als Schießwart.
Das erste Schützenfest wurde am 2. und 3. August 1925 gefeiert. Beim damaligen Schützenwirt „Bellmann“, Heidenauer Hof, findet sich hierzu folgende Eintragung:
„ Tanz auf zwei Sälen. Wetter befriedigend. Königsessen ca. 30 Gedecke. Karussell (Diekmann Winsen). Bier angeschafft. 976 Liter, gerade mit ausgekommen. Wein bei der Proklamation 15 Flaschen. Nachher noch ca. 25 Flaschen verbraucht. Ca. 110 Mitglieder.
1. Schützenkönig Joh. Busch Avensen.“
(Ehemalige Hofstelle zwischen Tostedter Str., Hauptstr., Eichenweg).
Eine erste Satzung des Vereines findet sich aus dem April 1926. Hieraus einige Auszüge, deren Formulierungen den „Zeitgeist“ der damaligen Gesellschaftsordnung wiedergeben.
„Der Verein führt den Namen Schützenverein Avensen-Everstorf. Gründung desselben 1925. Er hat den Zweck, den Schießsport unter seinen Mitgliedern zu fördern. Außer den Schießübungen findet jährlich ein Schützenfest statt.“
„Die Mitglieder verpflichten sich durch ihren Beitritt, den gesamten Inhalt der Satzung unverbrüderlich zu halten und die Zwecke des Vereins zu fördern. Der Vorstand des Vereins besteht aus dem Vorsitzenden (Präsidenten), dem stellvertr. Vorsitzenden (Vizepräsidenten), der auch zugleich Rendant ist, dem Schriftführer, dem Kommandeur, vier Offizieren, sechs Vereinsmitgliedern, dem jeweiligen Schützenkönig.“
„Jedes Mitglied ist verpflichtet, eine etwaige Wahl zum Vorstandsmitglied anzunehmen. Werden etwaige Entschuldigungsgründe von dem Verein nicht als ausreichend anerkannt, so kann der sich Weigernde durch Beschluss des Ehrengerichtes aus dem Verein ausgeschlossen, oder zur Zahlung des doppelten der ordentlichen und außerordentlichen Beiträge für die Dauer eines Jahres herangezogen werden.“
Am 12.4.1927 wurde in der Schützenversammlung über die Anschaffung einer Schützenfahne beraten. 29 Schützen nahmen an der Versammlung teil und 20 stimmten für die Anschaffung einer Vereinsfahne. Zur Vorbereitung der Fahnenweihe wurde ein Festausschuss gewählt. Unter Teilnahme des Turn- und Sportvereins, des Kriegervereins und der benachbarten Schützenvereine wurde vor dem Kriegerdenkmal in Everstorf am 12.6.1927, um 1 Uhr mittags, die Vereinsfahne geweiht. Die Weihrede hielt Hauptlehrer Gustav Alvermann. Zu diesem Festakt wurden Ehrendamen gewählt, aus den Orten Avensen: Dora Oelkers, Emmy Rose, Dora Detjen, Hanna Fittschen, Liesbeth Heitmann und Röschen Westphal. Aus dem Ort Everstorf: Dorothea Stöver, Mimi Peters, Dora Aljes, Käthe Peters, Hermine Lohmann und Lissy Stöver. Schleifen, die von den Ehrendamen gestiftet wurden, schmücken noch heute die alte Vereinsfahne.
Probleme galt es zu bewältigen. Gewehre mussten angeschafft und ein Schießstand gebaut werden. Schon damals erhielt die Schützenkapelle für 3 Tage 500,- RM; Verpflegung wurde gestellt. Die Königswürde wurde durch Vogelschießen ermittelt.
Auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 23.4.1927 wurde die Eintragung in das Vereinsregister beschlossen. An der Versammlung nahmen 60 Schützen teil. Dem Schützenkönig wurde ein Stichdegen zugebilligt. Schützenbruder Hannes Busch hatte zuvor vier Stichdegen ohne Zustimmung des Schützenvereins gekauft. Laut Beschluss der Versammlung wurden diese vom Verein übernommen.
Am 3.5.1927 trat der Schriftführer Ernst Wiechern zurück und die Versammlung wählte Wilhelm Peters zum neuen Schriftführer. Ernst Bellmann (Heidenauer Hof), Gastwirt in Everstorf, erklärte sich bereit, einen Schießstand zu errichten. Als Gegenleistung erbat er dafür vom Verein, dass die nächsten 30 Jahre sämtliche Schützenfeste vom Gastwirt Bellmann betrieben werden. Die Versammlung stimmte zu und beschloss gleichzeitig, dass die Versammlungen im Gasthaus Peters (Burmester), Everstorf und der Schützenball im Gasthaus Busch (Meyer´s Gasthaus), Avensen abzuhalten sind. Auch die Vereinssatzung wurde damals laufend berichtigt und ergänzt.
Durch die immer stärkere Verflechtung der beiden Orte Avensen und Everstorf war man seit langen bemüht, diese zusammenzulegen. Ein neuer Ortsname wurde gefunden und am 1.1.1929 war es soweit der Ort Heidenau entstand. Auf der nächsten Hauptversammlung am 19.1.1930 wurde die Änderung des Vereinsnamens in
SCHÜTZENVEREIN HEIDENAU VON 1925 e.V.
beschlossen.
Die Aufschrift auf der alten Vereinsfahne „Schützenverein Avensen-Everstorf“ wurde durch die Aufschrift „Schützenverein Heidenau“ ersetzt. Die Schützen tragen in ihrem Vereinsemblem das Wappen der Gemeinde Heidenau. Deshalb befindet sich auf dem Emblem die Jahreszahl 1929 und nicht 1925.
1930 wird in der Niederschrift erstmals die Teilnahme an einem Pokalschießen erwähnt. Diese Pokalgemeinschaft mit den Vereinen Tostedt, Todtglüsingen, Kampen, Otter, Trelde, Sprötze, Hollenstedt und Heidenau besteht heute noch.
Die schlechte wirtschaftliche Lage Anfang der dreißiger Jahre machte auch vor dem Schützenverein nicht Halt. 1932 ist sich die Hauptversammlung nicht einig, ob aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage das Schützenfest stattfinden soll. Nach weiteren Beratungen findet dann doch vom 11. bis 13. Juni 1932 das Schützenfest statt. 1932 wird ein Strafgeld festgesetzt, da beim Antreten regelmäßig viele Schützen fehlten. Die Schützen die fehlten, mussten demnach am ersten Tag 0,50 Mark und am zweiten Tag 1,00 Mark Strafe zahlen. 1934 tritt der Verein dem Deutschen Schützenbund bei.
Dem ersten Schützenkönig, Johann Busch, folgten vierzehn weitere Könige bis zum Kriegsausbruch. Die Königsabende wurden immer wieder durch neue Gedichte des Heidedichters Heinrich Lohmann ausgeschmückt. 1939 errang Heinrich Matthies (Dohrener Weg) die Königswürde und seine Regierungszeit dauerte 11 Jahre. Durch den Kriegsausbruch im September 1939 kam das Vereinsleben völlig zum Erliegen. Erst im Jahre 1950, fünf Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, konnte der Schützenverein am 22.1.1950 eine Versammlung abhalten und beschloss, den Schießsport wieder aufzunehmen und Schützenfeste in alter Tradition zu feiern. Zu dieser Zeit zählte der Verein 100 Mitglieder. Der noch amtierende Präsident Wilhelm Oelkers gedachte in einer Schweigeminute der gefallenen und gestorbenen Schützenbrüder von 1939 - 1950. Wilhelm Oelkers erklärte aus Altersgründen seinen Rücktritt. Ein neuer Vorstand musste gewählt werden. Neuer Präsident und damit erster Nachkriegspräsident wurde Wilhelm Detjen, Sägerei und Baugeschäft. Das Amt des Vizepräsidenten übernahm Hermann Westphal (Everstorfer Str.). Schriftführer blieb der Gastwirt Wilhelm Peters. Zum Rechnungsführer wurde Wilhelm Fittschen (Avenser Str.) und zum Schießwart Wilhelm Westphal (Hauptstr.) gewählt. Als Rechnungsprüfer fungierten Werner Detjen und (Lehrer) Hans Willruth.
Nun hieß es wieder fleißig anzupacken. Der Schießstand wurde wieder hergestellt und die Königswürde wurde durch Luftgewehrschießen ermittelt. Die Vereinsstärke nahm ständig zu. Auch die Jugend fand wieder Interesse am Sportschießen. Das Schützenfest wurde unter den alten Eichen auf dem Bellmann´schen Grundstück in einem Zelt gefeiert. In dieser schwierigen Aufbauphase entschied sich der Verein 1950 auf die Feier des 25 jährigen Jubiläums zu verzichten. Die Feier wurde 1951 nachgeholt.
Seit 1951 wird alljährlich auch die Vizekönigswürde vergeben. Der Vizekönig wird am Ende der Saison, dem Schlussschiessen, ausgeschossen. Der Spielmannszug wurde 1954 in den Schützenverein übernommen. Bereits 1927 wurde der Spielmannszug gegründet und gehörte bis zum Übergang in den Schützenverein dem Turn- und Sportverein an. 1955 trat Rechnungsführer Fittschen zurück. Schützenbruder Werner Detjen übernahm sein Amt. 1957 zeigte sich, dass der Schießstand den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Überlegungen wurden angestellt und die Versammlung beschloss, einen neuen Schießstand auf dem Grundstück des Bauern Heinrich Meyer am Sportplatz zu bauen. Durch Geldspenden und freiwillige Arbeitsstunden vieler Schützenbrüder wurde der Beschluss in die Tat umgesetzt . Was aber war ein Schießstand ohne Schießhalle? Noch einmal erfolgte ein Aufruf, und wieder waren es Handwerker im Verein und andere Schützenbrüder, die mit Arbeit und Geldspenden halfen. Der Jagdpächter Rudolf Kröhnke, Buxtehude, war ein eifriger Förderer dieses Vorhabens und spendete einen größeren Geldbetrag.
Die Schützenfeste wurden nun auf dem Sportplatz gefeiert. Zur Erringung der Königswürde wurde auf dem neuen Schießstand auf einen Vogel geschossen, der alljährlich vom Schützenbruder August Tödter jun. mit viel Mühe angefertigt wurde. Wie er, so war auch sein Vater, August Tödter sen. ein eifriger Förderer des Schießsports.
Am 4.3.1967 wählte der Schützenverein einen neuen Vorstand. Der alte Vorstand trat mit seinem Präsidenten Wilhelm Detjen zurück. Zum neuen Präsidenten wurde Hermann Beneke, zum Vizepräsidenten und Schriftführer Werner Detjen, zum Rechnungsprüfer Heinrich Klindtworth und zum Schießwart Karl-Heinz Westphal gewählt. Wilhelm Detjen wird zum Ehrenpräsidenten ernannt. Ab 1971 übernahm Gustav Wesseloh die Funktion des Schießwartes. Den Vogel für das Königsschießen baute Werner Matthies aus Tostedt; dieses übrigens bis heute. Werner Matthies stiftete dem Schützenverein einen Königsvogel, der all die Jahre seinen Platz auf dem Saal in Meyer`s Gasthaus hatte.
Die Jahre von 1975 bis heute
Das 50 jährige Jubiläum wird 1975 gefeiert. Jubiläumskönig ist Hans-Heinrich Wiechern sen. Am Festumzug durch den Ort nahmen 20 Gastvereine mit rd. 1.000 Schützen, Fahnenabordnungen, 7 Spielmannszügen und dem Fanfahrenzug Sittensen teil. Umrahmt wurde das Jubiläumsschützenfest von den „Lustigen Maintalern“ aus Bayern.
Am 31.5.1977 wurde die Damenabteilung gegründet. Die Jahreshauptversammlung beschließt im Dezember 1977 die Aufnahme der Damen in den Schützenverein. Von ursprünglich 16 Damen wuchs die Abteilung auf heute 57 Damen an. Aus dem Gründungsjahr gehören noch Heidi Beerkircher, Anneliese Behrens, Hilde Meier, Marianne Wesseloh, Rosemarie Oelkers und Maria Stender dem Verein an. Zweifelten anfangs manche Herren noch bei der Aufnahme der Damen, sind sie heute aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Am 20.8.77 feierte der Spielmannszug sein 50-jähriges Jubiläum. Die Veranstaltung war so gut besucht, dass die alten Toiletten überliefen. Am 19.9.1978 beschloss dann eine außerordentliche Jahreshauptversammlung den Umbau der Toiletten. Der damalige Schützenkönig Günter Oelkers, Bruchweg, stiftete dem Verein eine Heißluftheizung für die Halle. Zum Schützenfest 1979 konnten die neuen Toiletten in Betrieb genommen werden. Die Kosten betrugen rd. 23.000 DM. Für 12.000 DM wurden Eigenleistungen erbracht. Der Kassenbestand des Vereins betrug aber nur noch rd. 600 DM.
1980 gibt Walter Meyer nach 20 Jahren die Bewirtung des Schützenfestes ab. Rolf Burmester wird neuer Schützenwirt. Der Schützenverein erhält auf der Versammlung 1980 eine neue Vereinssatzung. Mit der neuen Satzung wird das Vogelschießen für den König und den Vizekönig neu geregelt. Und auch dieses ist ein Stück Vereinsgeschichte. Ein Antrag auf Einführung grüner Krawatten wird erst einmal abgelehnt; ein Jahr später werden sie dann eingeführt.
Das Grundstück hinter dem Schießstand wird 1981 von der Gemeinde gekauft und später im Jahre 1993 dem Schützenverein übergeben. Die Nutzung des Geländes vor der Schützenhalle wurde grundbuchlich abgesichert. Die Versammlung beschließt, das Schießstandgelände von H. Meyer zu erwerben. Der Kaufpreis betrug 12.000 DM. Damit hatte der Schützenverein seine Anlage auf eigenem Grund für die Zukunft gesichert. Ohne die Großzügigkeit der Familie Meyer (Hauptstr. 1) wäre dieses nicht möglich gewesen. Weiterhin wird eine jährliche Anpassung des Königsgehaltes unter Berücksichtigung der Teuerungsrate beschlossen. Damit wird ein Grundstein dafür gelegt, dass König zu werden, bezahlbar bleibt und hat in den folgenden Jahren bis heute eine rege Beteiligung beim Königsschießen ausgelöst. 1981 schießen die Jungschützen ihren ersten Jungschützenkönig aus. Ersten Jungschützenkönig wird Jörn Doering. Ab 1984 folgen die Jungschützinnen mit der ersten Königin Silke Kamin geb. Stein.
Die Jahreshauptversammlung fasst 1983 den Beschluss, am Schützenfest Pfingsten 1984 einen „öffentlichen Frühschoppen“ durchzuführen. Der Frühschoppen fand bis 1969 bei Peters (heute Burmester) und danach bei Walter Meyer auf dem Saal statt. Die Auswirkungen dieses Beschlusses waren damals noch nicht absehbar. Durch die Öffnung des Frühschoppens von einer bisher vereinsinternen zu einer Veranstaltung für den gesamten Ort, wurde ein wesentlicher Grundstein für die positive Entwicklung des Schützenvereins in den 80-ziger und 90-ziger Jahren gelegt. Gab es in den ersten Jahren noch viele „Nörgler“ in den eigenen Reihen, so änderte sich mit dem Erfolg des Frühschoppens die Meinung der Kritiker. Im Jubiläumsjahr findet bereits der 17. Frühschoppen statt. Für die Organisation wurde ein Festausschuss gebildet, dem Hans-Peter Prigge sen., Karl-Heinz Westphal, Henry Wille, Walter Löll, Jürgen Matthies, Reinhard Riepshoff und Hans-Heinrich Höper angehörten bzw. heute noch angehören. Die Renovierung der Schützenhalle wird beschlossen. Die Bavaria und die Wittinger Brauerei, später der Wirt Rolf Burmester, sagen einen Zuschuss zu. Diese finanzielle Beteiligung bindet den Schützenverein allerdings über Jahre bei der Durchführung des Schützenfestes. Der Schützenverein tritt dem Nds. Turn- und Sportbund bei.
Die Schützenhalle aus dem Jahre 1957 bedarf 1984 einer umfangreichen Renovierung. Eine neue Heizung, ein neuer Fußboden, eine neue Decke und ein Schanktresen werden mit sehr viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder eingebaut. Eine außerordentliche Generalversammlung beschließt am 30.4.1984 den Bau des Luftgewehrstandes zu Kosten von 105.000 DM. Der damalige Präsident Hermann Beneke führte zur Begründung aus:
„Nur, wenn wir die Jugend fördern, hat der Schützenverein eine Zukunft.“
Ein Satz der auch heute noch Gültigkeit hat.
Es war der damalige Jugendwart Peter Doering, der sich seit 1982 für den Bau eines Luftgewehrstandes eingesetzt hatte. Zum Schlussschießen 1985 wird der Luftgewehrstand eingeweiht. Die Jugendabteilung musste bis dahin mit Provisorien vorlieb nehmen. Im Winter wurde einige Zeit in Meyer`s Gasthaus auf dem Saal, alte Kegelbahn, geschossen. Im Sommer wurden zwischen den KK-Ständen zwei Luftgewehrstände aufgebaut.
60 Jahre nach der Vereinsgründung schaffte es Rudolf Schippmann 1985 bereits am Sonntag den Königsvogel abzuschießen und ging damit als Rudolf der Sonntagskönig in die Vereinsgeschichte ein. Erstmals wird Heinz Klindworth aus Sittensen Schützenwirt. Der Vorstand wird neu besetzt. Präsident Hermann Beneke und Schriftführer Werner Detjen legen nach Jahren aktiver Vereinsarbeit ihre Ämter nieder. Sie werden zum Ehrenpräsidenten bzw. Ehrenschriftführer ernannt. Neuer Präsident wird Günter Oelkers (Post). Vizepräsident ist Karl-Heinz Westphal, Rechnungsführer Hans-Jürgen Stein, Schießwart Gustav Wesseloh und neuer Schriftführer wird Hans-Heinrich Höper.
Mit dem Schützenfest 1987 findet ein Spielmannszugtreffen mit 44 Zügen statt. Die Veranstaltung wird von ca. 3.000 Leuten besucht. 1988 erhält die Jugendabteilung eine Standarte. Die Weihe der Jugendstandarte wurde vom Vorsitzenden des Schützenverbandes Nordheide und Elbmarsch Richard Henkel am Schützenfestsamstag vorgenommen. Unser langjähriger Kommandeur Heinrich Subei geht in seinen wohlverdienten Ruhestand. 22 Jahre führte er die Kompanie an und wurde für seine Verdienste zum Ehrenkommandeur ernannt.
Jürgen Homberger, Inhaber von Meyer´s Gasthaus, wird 1991 neben Rolf Burmester und Heinz Klindworth 3. Schützenwirt. In und an der Schützenhalle sind weitere Baumaßnahmen und Renovierungen notwendig. So wird in 1991 eine Waffenkammer eingebaut, die Küche renoviert und das Gebäude an die Gasversorgung angeschlossen. 1995 wird der Kanalanschluss hergestellt. Die Arbeiten verliefen zunächst ohne Probleme, bis man auf das alte zugeschüttete Wasserbecken stieß und dabei auch noch die Wasserleitung beschädigte. Mit großem Arbeitseinsatz konnten 120 m Leitung und 7 Schächte hergestellt werden. Aufgrund undichter Leitungen im Hause mussten in den nächsten Jahren noch die Anschlüsse des Tresens und der Toiletten erneuert werden. In der Herrentoilette wurden dabei gleich Urinale eingebaut. Der Vorplatz vor der Schützenhalle wird gepflastert. All diese Arbeiten wurden mit Arbeitsdienst der Vereinsmitglieder ausgeführt. 84 Schützen leisteten 1.300 Arbeitsstunden, 24 Schützen stellten Arbeitsgerät und Material zur Verfügung.
1993 erhält der Vorstand eine neue Besetzung. Günter Oelkers wird zum Ehrenpräsidenten ernannt und Hans-Jürgen Stein wird sein Nachfolger. Vizepräsident und Schriftführer ist Hans-Heinrich Höper, Lutz Lohmann neuer Rechnungsführer und Jürgen Stender Schießwart. Gustav Wesseloh ist 1991 abgetreten und wurde Ehrenschießwart. Wer einmal König war, weis wie es nach einem Königsjahr ist. Der alte König tritt ab, es lebe der neue König. Ansätze, die Ex-Könige zusammenzubringen, hat es immer wieder gegeben. 1993 wurde die Idee einen König der Könige zu schießen geboren und umgesetzt. Erster König der Könige wurde Karl-Heinz Westphal. Seit dieser Zeit treffen sich die Ex-Könige am Schützenfest Samstag zu einer gemütlichen Kaffeetafel beim amtierenden König der Könige.
1996 wird Steffen Heidemann Vizelandeskönig bei den Jungschützen. 1997 feiert der Spielmannszug sein 70 jähriges Bestehen mit einem Spielmannszugwettkampf am Schützenfestsonntag. Es nehmen 27 Spielmannszüge teil.
Ein wesentlicher Bestandteil unseres Vereinslebens erreichte unser Jubiläum nicht. Der Zustand unserer Vereinsfahne wurde im Laufe der Jahre immer schlechter. Mit einer Spende des Königs Wilhelm von Vaerloh wurde 1990 ein Spendenkonto zur Anschaffung einer neuen Vereinsfahne eingerichtet. 1995 wurde nach Abwägung aller Fakten die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne beschlossen. Schützenfest 1998 war es soweit. Am Schützenfestsonntag wird die neue Vereinsfahne geweiht. Vor dem traditionellen Frühschoppen findet ein Ummarsch durch Heidenau mit den befreundeten acht Nachbarvereinen aus Königsmoor, Tostedt, Todtglüsingen, Kampen, Otter, Hollenstedt, Holvede und Sauensiek statt. Auf dem Festplatz wird die Fahnenweihe anschließend vom Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburg und Umgegend Günter Schröder mit dem Landesbanner vorgenommen.
Die Jahreshauptversammlung beschließt 1999 den Beitritt mit allen Mitgliedern zum Kreissportbund. Bisher waren nur die Jugendlichen und die aktiven Schützinnen und Schützen beim Kreissportbund zu melden. Die Mitgliedschaft mit allen Mitgliedern ist ab 2001 erforderlich, um weiter Zuschüsse zu bekommen. Von entscheidender Bedeutung ist allerdings, dass die Vollmitgliedschaft Voraussetzung für die Teilnahme an Kreis- und Landesmeisterschaften ist. Eine Weigerung würde unsere Jugend treffen, die in den letzten Jahren immer wieder Erfolge bei der Teilnahme an Meisterschaften vermelden konnte.
Jubiläumskönig wird Hans-Heinrich Höper.
Das Jubiläumsschützenfest, Pfingsten 2000, wurde ausgiebig mit großer Beteiligung gefeiert. Am Freitag wurde der Königsabend im Heidenauer Hof gefeiert. Im Festzelt fand der Jugendabend statt. Am Samstag gab’s einen Abend für die Heidenauer mit den Widderstein-Buaba – ½ Heidenauer Maß, Brezel, Leberkäse. Am Sonntag gab es den traditionellen Frühschoppen im Festzelt. Der Höhepunkt war der Sternmarsch am Pfingstmontag durch Heidenau. Der Heidenauer Verein ist mit den Kindern vom Gasthaus Burmester zum Festplatz marschiert. 44 Schützenvereine und Spielmannszüge marschierten in 4 Marschsäulen durch Heidenau zum Festplatz.
Auf der Jahreshauptversammlung im Dezember 2001 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Unser Präsident Hans-Jürgen Stein gab sein Amt ab und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Nachfolger wurde Hans-Heinrich Höper, Vizepräsident Hartmut Detjen und Schriftführer Thorsten Ehlermann. Lutz Lohmann und Jürgen Stender gehören weiterhin dem Vorstand an.
Der neue Vorstand nahm sich gleich eine große Aufgabe vor. Unser Schießstand und unsere Schützenhalle waren nach rd. 50 Jahren Nutzungsdauer sanierungsbedürftig. Im Schießstand mussten die Sicherheitshochblenden und der Kugelfang erneuert werden. Die Heizung war abgängig, das Gebäude nicht wärmegedämmt. Das Dach brauchte eine neue Eindeckung. Es galt aber nicht nur den Schießstand zu sanieren, sondern eine Schießsportstätte zu schaffen. Sportliches Schießen sollte und musste nach dem neuen Waffenrecht möglich sein So wurde der gesamte Schießstand um 6 m verlängert, um Räume für die Sportleitung zu bekommen. Es fehlten Räume für die Jugendabteilung und ein Raum für Instrumente des Spielmannszuges.
Die Ausgaben wurden mit 133.000 € veranschlagt. Zur Finanzierung wurde keine Umlage beschlossen. Es wurde auf den Einsatz aller Vereinsmitglieder gesetzt. Jedes Vereinsmitglied konnte für sich selbst entscheiden, wie es seinen Beitrag zum Gelingen des Vorhabens leistete. Hierzu wurde ein Maßnahmenpaket an freiwilligen Leistungen von der Mitgliederversammlung beschlossen.
Spenden, Bausteine, Arbeitsdienst, Bereitstellung von Geräte und Material.
Tatsächlich leisteten die Mitglieder rd.3.800 Arbeitstunden, spendeten rd. 11.000 € und kauften für rd. 3.000 € Bausteine. Die Gemeinde zahlte einen Zuschuss in Höhe von 50.000 € und der Landessportbund von 23.000 €. Das Eigenkapital des Vereins wurde aufgezehrt, eine Verschuldung des Vereins wurde aber vermieden.
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